Wirtschaft, Energie & Umwelt

Als Kommune haben wir die Möglichkeit und Chance, eine nachhaltige Energiewirtschaft unterstützt von Programmen zum Klimaschutz, aufgelegt von Bund & Land, durch eigene Aktivitäten aktiv umzusetzen – diese Möglichkeiten gilt es zu nutzen und bestmöglich auszuschöpfen.
Unsere heimische Wirtschaft ist die Grundlage für ein attraktives Leben in unserer Gemeinde. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommune und Unternehmen, vor allem auch Gründern muss angestrebt werden.

Gründer & Jungunternehmer

Zahlreiche Unternehmen entstehen in unserer Gemeinde – oft unbemerkt in den eigenen Räumlichkeiten, ehemaligen Stallungen oder im Heustadl. Viele der Unternehmen entwickeln sich über die Jahre und benötigen zur weiteren Entwicklung Gewerberäume oder Gewerbeflächen. Diesen Jungunternehmern wollen wir von Beginn an als Kommune zur Seite stehen und die Entwicklung des Betriebes begleiten.
Dazu muss dringend ein passendes Gewerbegebiet erschlossen werden. Nach der Eingliederung der Grundschule Lackenhäuser in das Schulkonzept in Neureichenau kann das Gebäude für die gewerbliche Nutzung umfunktioniert werden. Es sollten Gewerbeeinheiten für Büros eingerichtet werden. Durch entsprechende Internetanbindung (Breitband) und attraktive Pachtkonditionen ist dies ein optimaler Standort für junge Start-Ups (junge Unternehmen) in unserer Region, oder Betriebe, die nach Ihrer Gründung sich flexibel weiterentwickeln wollen.
Eine Zusammenarbeit mit Hochschulen und den Technologie Campi in unserer Region muss angestrebt werden. In der 3-Länder-Region ist auch ein grenzüberschreitendes Projekt anstrebenswert. So können wir unsere Lage im Dreiländereck bestmöglich nutzen.
Durch diese Maßnahmen können wir unseren Unternehmen eine gute Heimat bieten, sowie wertvolle Arbeitsplätze schaffen oder sichern.

Nachhaltiges Gewerbegebiet & Gewerbeflächen

Ein Gewerbegebiet ist für unsere Gemeinde längst überfällig. Es reicht jedoch nicht, einfach ein Gewerbegebiet auszuweisen, denn durch das sogenannte „Anbindegebot“ im Landesentwicklungsplan ist vorgegeben, dass ein Gewerbegebiet nicht einfach auf der „grünen Wiese“ errichtet werden kann, sondern an ein bestehendes Gewerbegebiet oder Siedlungsgebiet „angebunden“ werden muss. Dadurch entstehen unmittelbar auch Interessenskonflikte zwischen dem Gewerbe und der angrenzenden Wohnbebauung. Aus diesem Grund muss eine Gewerbefläche, auch aus Gesichtspunkten des Naturschutzes „durchdacht“ geplant werden.
Grün statt grau – ein naturnahes Gewerbegebiet
Die Entwicklung eines nachhaltigen Gewerbegebietes setzt eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommune, Unternehmen und Anwohnern voraus. Nur durch die Entwicklung nachhaltiger und ökonomisch sinnvoller Strukturen können langfristig Arbeitsplätze gehalten bzw. neue geschaffen und Unternehmen dauerhaft gebunden werden.
Bei der Gestaltung und Begrünung des neuen Gewerbegebietes sollte die Gemeinde mit Unternehmen gemeinsame Strategien entwickeln und schrittweise auf öffentlichen und privaten Flächen umsetzen.
Eine naturnahe Gestaltung kann die Funktionalität für Unternehmen bewahren und trotz vielfältiger Nutzungsansprüche einen Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt leisten. Die gesteigerte Attraktivität des Areals als „blühende Visitenkarte“ bedeutet einen Zusatznutzen, der sich positiv auf das Erscheinungsbild des Gewerbegebietes als Ganzes auswirkt.
Da Gewerbegebiete keine isolierte Einheit in der Gemeinde bilden sollen, geht es darüber hinaus um die Anbindung und Verbindung der Gewerbegebiete an die angrenzenden Siedlungen und Naturräume. Hierbei spielt das Thema grüne Infrastruktur eine wichtige Rolle. Im Idealfall steigert sich dadurch nicht nur der Sympathiewert, sondern auch die Standortqualität, der ökologische Wert und die Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber.
Naturnahes Gewerbegebiet anstoßen, vorantreiben und unterstützen – die Gemeinde als Vorbild
Die Gemeinde ist verantwortlich für Natur- und Artenschutz innerhalb der Kommune. Es sollten Verkehrsinseln und andere Grünflächen gestaltet werden. um der Vorbildfunktion gerecht zu werden. Unternehmen haben meist einen pragmatischen Zugang zu ihren Freiflächen: ordentliches Erscheinungsbild bei gleichzeitig geringen Kosten.
Bei der Betrachtung von Gewerbegebieten treffen beide Akteure aufeinander. Deshalb ist es von Vorteil, wenn die Kommune bereits bei der Entstehung des Gewerbegebietes aktiv ist und naturnahe Gestaltungen vornimmt und im Idealfall einen Mehrwert für die angesiedelten Unternehmen und ihre Mitarbeitenden erzielen kann. (Pflanzen von Bäumen, Hecken usw.)
Gewerbeflächen – Nachnutzung der Grundschule Lackenhäuser
Im Gebäude der Grundschule könnte eine gewerbliche Nutzung entstehen. Das Gebäude muss mit schnellem Internet (Glasfaser) angebunden werden. Es können dann verschiedene Gewerbe- und Büroeinheiten entstehen, die von Jungunternehmern, oder auch etablierten Unternehmen genutzt werden. Hier entstehen Möglichkeiten, Jungunternehmer und Betriebe in unserer Region gezielt zu fördern und zu unterstützen. Es kann auch Platz sein für die Start-Up Unternehmen die aus dem Digitalen Gründerzentrum Freyung kommen und Platz suchen.

Leerstandsmanagement

Wozu ein Leerstandsmanagement?
Als Leerstand wird allgemein die Fläche einer Immobilie, die nicht vermietet ist bzw. für die es gegenwärtig keine Nutzung gibt, bezeichnet. Wirtschaftlicher und demografischer Wandel sowie damit einhergehende Schrumpfungsprozesse führen zu Leerständen in unseren Ortskernen. Gerade die Ortsteile in Alt- und Neureichenau sind hier betroffen.
Ein gewisses Maß an Leerstand ist in jedem Ort vorhanden und als Fluktuationsreserve notwendig. Aber gerade in zentralen Lagen haben Leerstände kurzfristige und langfristige ökonomische Folgen für das jeweilige Dorf und deren Gesellschaft. Besonders strukturell bedingte Leerstandsprobleme können sich langfristig signifikant verschärfen, wenn keine entgegenwirkenden Maßnahmen ergriffen werden.
Welche Möglichkeiten und Wege bestehen nun für uns als Kommune, den negativen Folgen des Leerstands entgegenzusteuern?
Es gibt verschiedene Typen von Leerständen, für die es unterschiedliche Handlungsoptionen gibt. Ist die Immobilie an sich nutzbar und muss nur entsprechend vermarktet werden, oder sind für eine Nutzung, die den heutigen Ansprüchen an Komfort und Raumgefühl gerecht wird, Modernisierungen in größerem Umfang nötig? Eventuell ist die Immobilie für die vorgesehene Nutzung nicht mehr geeignet oder wird nicht mehr benötigt. Dann muss eine grundlegende Sanierung mit umfangreichen Baumaßnahmen erfolgen, der ein zukunftsfähiges, auf die örtlichen Bedürfnisse zugeschnittenes Nutzungskonzept zu Grunde liegen sollte.
Die Erfahrung aus anderen Gemeinden zeigt, dass zur Behandlung von Leerständen kein Patentrezept existiert, sondern vielmehr eine hohe Anpassungsfähigkeit an die jeweilige Situation vor Ort verlangt ist.
Wer ist der aktuelle Eigentümer der Immobilie? Für welche Nutzungen ist sie geeignet? Wie ist ihr baulicher und energetischer Zustand? Gibt es bereits Interessenten für eine Sanierung und Umnutzung? Wie hoch ist der Preis für Immobilie, Umbau usw.? Wer finanziert die nötigen Maßnahmen? Gibt es Fördermöglichkeiten? Es sind viele Fragen zu beantworten und jede Immobilie bedarf eines individuellen Sanierungs- und Nutzungskonzepts.
Gerade in zentralen Lagen von Dörfern und kleinen Städten spielt zudem eine positive Kommunikation des Standorts eine entscheidende Rolle für erfolgreiches Leerstandsmanagement. Die Vorteile von zentralen Lagen, was die tägliche Daseinsvorsorge und das soziale Leben betrifft, sollten in den Vordergrund gestellt werden. Bereits erfolgreich beseitigte Leerstände als gute Beispiele „vermarktet“ werden. So kann eine positive Grundhaltung geschaffen werden.
Auf der folgenden Webseite wird ausführlich dargestellt, wie erfolgreiche Lösungsmodelle aussehen können und welche Aspekte dabei entscheidend sind. Sie bietet eine übersichtliche Zusammenstellung aktueller, erfolgreicher Projekte aus der Region Bayerischer Wald.
Um die knappen Ressourcen der Gemeinde sparsam einzusetzen und das Rad nicht immer wieder neu zu erfinden, sollte ein enger Austausch mit den Kommunen, die bereits Projekte umgesetzt haben, erfolgen.
Leerstandsmanagement heißt auch, Existenzgründer und bestehende Unternehmen einzubinden und über mögliche Immobilien zu informieren, wenn diese bekannt sind. Oft reichen vorhandene Gebäude für ein Unternhmen mit Wachstum vorerst aus und es müssen nicht gleich neue Bauten entstehen.

Kurzfassung

Wir werden:
  • uns für ein nachhaltiges, naturnahes Gewerbegebiet einsetzen
  • als Nachnutzung der Grundschule Lackenhäuser die Nutzung als (digitale) Gewerbefläche prüfen und umsetzen
  • darauf achten, Leerstände so gering wie möglich zu halten
  • Leerstände von Gebäuden im Kontext mit wachsenden Unternehmen sehen
  • einen engen Kontakt zu unseren Unternehmern pflegen und fördern

Klimaschutzkonzept

Die Gemeinde Neureichenau besitzt und unterhält eine große Zahl von Gebäuden, die öffentlichen Zwecken dienen. Hierzu zählen unter anderem mehrere Feuerwehrgerätehäuser, Schulgebäude, sowie ein Kindergarten. Die meisten Gebäude sind über 30 Jahre alt und entsprechend liegt ihre energetische Qualität in vielen Fällen weit unter den heutigen Ansprüchen und potenziellen Möglichkeiten.
Wir werden uns vornehmen, die Potenziale zur Einsparung von Energie und zur Verringerung des CO2 – Ausstoßes bei den eigenen Liegenschaften aufzudecken und in einem weiteren Schritt durch geeignete Aktivitäten auszunutzen. Die Verwaltung sollte beauftragt werden, ein lokales Klimaschutzkonzept zu erarbeiten. In diesem Rahmen müssen Fördergelder genutzt werden, um im eigenen Gebäudebestand Energie und CO2 einzusparen.
Ziel eines solchen Konzepts für die Gemeinde Neureichenau ist es, für die eigen genutzte Liegenschaften eine Planungsgrundlage und ein Steuerungsinstrument (Klimaschutz-Management) zu entwickeln, mit denen die Treibhausgasemissionen und Energiekosten der eigenen Liegenschaften weiterhin dauerhaft gesenkt werden können.
Wie Erfahrungen aus Projekten mit vergleichbaren Liegenschaften zeigen, sind allein durch die Steuerung und Kontrolle der Energieverbräuche Energie- und Kosteneinsparungen von 15 % und 20 % erreichbar.
Die Gemeinde Neureichenau hat derzeit einen circa Aufwand für Wärme von 110 T€ und für Strom von 180 T €. Aktuell werden 62 % der verbrauchten elektrischen Energie in der Gemeinde aus erneuerbarer Energie erzeugt. Wesentliche elektrische Erzeuger sind die etwa 14 “klein” Wasserkraftwerke, eine große Bio Gas Anlage mit einem Gas BHKW und eine Holz Gas Anlage mit einem Gas BHKW. Auch die Wärmeversorgung hat bereits einen hohen regenerativen Energieanteil:
– der Ortskern Neureichenau wird über eine private Nahwärme versorgt
– im Ortsteil Langbruck existiert eine kleinere Nahwärmeanlage
– größere Einheiten (Gewerbebetriebe, Hotels, Gaststätten etc.) werden über Hackschnitzelheizungen versorgt.
Mit dem Klimaschutzkonzept für eigen genutzte Liegenschaften und Portfoliomanagement sollen die Entscheidungsträger in die Lage versetzt werden, die vorhandenen Energieeffizienz-Potenziale in den eigenen Liegenschaften schrittweise vollständig auszuschöpfen. Das gemeindliche Energiemanagement soll durch eine Visualisierung die gemeindlichen Liegenschaften kontrollieren können. Für die Überwachung ist ein Verantwortlicher Mitarbeiter einzuarbeiten.
Die organisatorischen, baulichen und technischen Maßnahmen müssen durch eine umfassende interne und externe Öffentlichkeitsarbeit, Multiplikatoren- und Hausmeisterschulungen sowie Informationsveranstaltungen begleitet werden, um die Nutzer der Gebäude für das Thema Energieeffizienz zu sensibilisieren und dadurch das Nutzerverhalten zu verbessern. Darüber hinaus muss die Gemeinde Neureichenau seiner Vorbildfunktion gerecht werden und als Multiplikator für die Belange des Klimaschutzes auftreten.
Wir sehen in Maßnahmen zum Klimaschutz zum einen die Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen und zum anderen eine Möglichkeit, den Bewohnern eine weitere Perspektive zu bieten und die regionale Wertschöpfung zu steigern. Das Klimaschutzkonzept stellt einen Baustein zum Erreichen der Klimaziele in Deutschland dar.

Energienutzungsplan

Alternative Versorgungskonzepte gewinnen im Hinblick auf mögliche künftige Versorgungsengpässe immer mehr an Bedeutung. Um die Energieversorgung an die voraussichtliche Entwicklung des Energiebedarfs und die Ansprüche der Anbieter und Verbraucher optimal anzupassen, ist die Erstellung eines detaillierten Energiekonzeptes, z. B. in Form eines Energienutzungsplanes (ENP) sinnvoll.
Ein ENP ist ein strategisches Planungsinstrument, das einen Überblick gibt über die momentane sowie zukünftige Ene- und Energie- versorgungssituation in der Gemeinde.
Wie erstellt man einen Energienutzungsplan?
Die Erstellung eines kommunalen Energienutzungsplans gliedert sich in drei Hauptphasen:
1. Bestands- und Potenzialanalyse – Erfassung des Ist-Zustands mit einem groben Ausblick auf absehbare oder zu erwartende Entwicklungen
2. Konzeptentwicklung – Definition der Ziele der Gemeinde hinsichtlich Energieeinsparung, Energieeffizienz und einer regenerativen, nachhaltigen Energieversorgung, Festlegung der Handlungsfelder und eines Maßnahmenkatalogs
3. Umsetzung – Umsetzung der Maßnahmen
Der räumliche Bezug ist für alle drei Phasen von Bedeutung, denn nur über die räumliche Verknüpfung von Bedarf, Infrastruktur und Potenzialen gelingen optimale Lösungen für eine umweltverträgliche und kostengünstigste Energieversorgung einer Gemeinde.
Die Erstellung von Energienutzungsplänen wird finanziell gefördert.
Was bringt uns ein Energienutzungsplan?
Fragen der Energieversorgung und der Umweltverträglichkeit werden mehr und mehr zum entscheidenden Standortfaktor, nicht nur für Unternehmer. Auch die Bürger erwarten von ihrer Gemeinde heutzutage eine zeitgemäße und zukunftsweisende Energie- und Klimapolitik.
Der Energienutzungsplan
  • schafft ein übergreifendes Gesamtkonzept für die energetische Entwicklung einer Gemeinde,
  • fördert effiziente Nutzung von möglichen Energiepotenzialen (z. B. Biogasnutzung mit sinnvollen Wärmekonzepten),
  • liefert Impulse für gemeinschaftliche Versorgungskonzepte bei neuen Heizungsanlagen in Wohnsiedlungen,
  • stellt wertvolle Grundlagen für Entscheidungen über energieeinsparende Renovierungsmaßnahmen oder alternative Energieversorgungskonzepte bereit.
Die jeweils besten Möglichkeiten hinsichtlich Energieeinsparung, Effizienzsteigerung und einer Umstellung auf regenerative Energieträger können so optimal aufeinander abgestimmt werden.

Kläranlage als Energielieferant

Etwa 25 bis 50 % der kommunalen Stromrechnung gehen zu Lasten des Kläranlagenbetriebs, der damit der größte Einzelverbraucher vor Schulen, Verwaltungsgebäude und Straßenbeleuchtung ist.
Neureichenau hat eine zentrale Kläranlage (in naher Zukunft wird auch die Kläranlage Lackenhäuser stillgelegt). Der Betrieb von Kläranlagen wird in naher Zukunft aus zwei Gründen untersucht werden müssen:
– stark steigende Klärschlammentsorgungskosten
– Möglichkeit der Energiegewinnung mittels eines Gas – BHKW
Beide Punkte müssen gemeinsam untersucht und gelöst werden. Hier kann eine interkommunale Zusammenarbeit notwendig sein.
Aus diesem Grund müssen wir verschiedene Möglichkeiten prüfen, wie die Kläranlage optimiert werden kann. Nicht nur die Wärme in Abwasseranlagen kann genutzt werden, auch das auf Kläranlagen anfallende Faulgas eignet sich zur Verstromung. Darüber hinaus sind bei der Behandlung und Ableitung von Abwasser vielfach Einsparpotenziale und Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung vorhanden.
Mit Abwasser Strom produzieren
In Abwasseranlagen sind häufig Höhenunterschiede zu überwinden. Diese Lageenergie könnte durch Wasserkraftanlagen genutzt werden. Bei geeigneten Randbedingungen (große Wassermengen und/oder hohe Abstürze) ist ein wirtschaftlicher Einsatz von Wasserkraftanlagen möglich. Hierzu stehen im Wesentlichen Turbinen, Wasserkraftschnecken und Wasserräder zur Verfügung.

Bürger-Energie-Genossenschaft

Etwas für die nachhaltige Energieversorgung in unserer Region tun und gleichzeitig eine Rendite erwirtschaften – dafür wird die „Bürger-Energie-Genossenschaft am Dreisessel“ stehen. In dieser Genossenschaft können alle Bürgerinnen und Bürger, die Kommune, Unternehmen und Institutionen aus der Region und darüber hinaus die Energiewende mitbestimmen und mitgestalten. Das eröffnet große Chancen für unseren ländlichen Raum und die hier lebenden Bürgerinnen und Bürger. Wenn Errichtung und Betrieb von Anlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien, zum Beispiel mit Photovoltaik durch eine Genossenschaft erfolgt, können sich alle Bürger daran beteiligen und auch davon profitieren. Der Gewinn bleibt bei den Bürgern vor Ort und fließt nicht an ortsfremde Investoren oder Konzerne.
Erstes Ziel der Genossenschaft soll sein, dass die auf öffentlichen Gebäuden vorhandenen Dachflächen, sowie weitere Flächen für Photovoltaikanlagen genutzt werden. Bei anstehenden Neubauten (Kindergarten, Schule, …) ist von vorne herein so zu planen, dass Dachflächen zur Energiegewinnung eingesetzt werden können.
Wir werden die Gründung der Bürger-Energie-Genossenschaft weiter unterstützen und uns aktiv beteiligen.

Kurzfassung

Wir werden:
  • uns für ein Klimaschutzkonzept einsetzen und ein Energiemanagement bei eigenen Liegenschaften einführen
  • einen Energienutzungsplan erstellen lassen um das Potenzial in der Gemeinde aufzuzeigen
  • Möglichkeiten der energetischen Nutzung der Kläranlage prüfen und Maßnahmen einleiten
  • uns für eine Bürger-Energie-Genossenschaft einsetzen um Bürger /-innen einzubinden

Land- und Forstwirtschaft

Für die Gemeinde ist es wichtig, dass die Bereiche Land- und Forstwirtschaft aufrecht erhalten bleiben, denn sie sind nicht nur grundlegende Wirtschaftszweige, sondern auch Kulturgut unserer Vergangenheit und Zukunft.
Landwirtschaft
Unsere Landschaft ist geprägt vom Wechsel aus Wäldern, Wiesen, Weiden und Äckern. Die Erhaltung dieser vielfältigen und offenen Landschaft durch eine nachhaltige und umweltgerechte Landwirtschaft gehört zum zentralen Anliegen. Unsere Landschaft darf nicht als Ausgleichsfläche für Ballungsgebiete degradiert werden.
Die Zukunftsperspektive dieser Kulturlandschaft liegt in der Wertschätzung ihrer Erzeugnisse. Dabei ist der Genuss regionaler Milch- und Fleischerzeugnisse die angenehmste Art, die Kulturlandschaft zu erhalten.
Der Strukturwandel macht auch vor der Landwirtschaft nicht Halt. Die bisherigen Strukturen genügen oft nicht mehr, um einer Bauernfamilie ein Auskommen zu sichern. Diese Veränderungen stellen die Landwirtschaft vor neue und große Herausforderungen, verbunden mit neuen Chancen und Möglichkeiten.
Viele Landwirte gehen einem Nebenerwerb nach und bewirtschaften ihr Heimwesen möglichst extensiv. Andere Bauernfamilien produzieren Nischenprodukte oder vermarkten ihre Produkte direkt ab Hof. Diese Vermarktung werden wir als Gemeinde soweit wie möglich unterstützen und fördern. (Direktvermarktung ab Hof, Wochenmarkt, Vermarktung über Lebensmitteleinzelhandel)
Forstwirtschaft
Nachhaltige Forstwirtschaft ist eine unabdingbare Voraussetzung für den Erhalt des Lebensraums Wald und die künftige Leistungsfähigkeit der vielseitigen “Produktionsstätte Wald”. Unsere Waldbesitzer und der Forstbetrieb leisten einen wichtigen Beitrag zu einer ressourcenschonenden Urproduktion. Gleichzeitig erbringen sie vielfältige “kostenlose” Leistungen für die Gesellschaft.
Darüber hinaus spielt die Wertschöpfungskette Holz des Wirtschaftszweigs Forst und Holz eine tragende wirtschafts-, gesellschafts- und umweltpolitische Rolle im ländlichen Raum. In unserer Gemeinde werden wir bei öffentlichen Baumaßnahmen auf die Verarbeitung des Rohstoffes Holz Wert legen.
Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Forstbetrieb Neureichenau, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und der Kommune muss auch künftig fortgeführt werden.

Kurzfassung

Wir werden:
  • uns dafür einsetzen, dass unsere Flächen keine Ausgleichsflächen für Ballungsräume werden
  • unsere Landwirte bei der Vermarktung ihrer regionalen Produkte soweit möglich unterstützen und fördern
  • weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb Neureichenau sowie dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten setzen